KNX-Szenen

KNX-Szenen

Eigentlich ist das ein allgemeines KNX-Thema. Dennoch möchte ich nochmal erklären, was Szenen sind, wie sie funktionieren und was sie nicht sind. Ich stelle immer wieder fest, dass viele Anwender ein falsches Verständnis von KNX-Szenen haben und hoffe, dass ich mit diesem Artikel für mehr Klarheit sorgen kann.

Was ist eine KNX-Szene?

Eine KNX-Szene ist zunächst einfach ein Telegramm auf dem Bus, das einen bestimmten Zustand bzw. ein Ereignis beschreibt. Ein Zustand könnte z.B. „Abwesenheit“, „Duschen“, „Nachtmodus“ oder „TV schauen“ sein. Diese Zustände sind zustandslos, was bedeutet, dass man „TV schauen“ nicht einfach ein- oder ausschaltet. Stattdessen wird signalisiert, dass ich jetzt TV schauen möchte.

Es gibt auch KNX-Produkte, die den Begriff „Szenen“ verwenden, allerdings in einem anderen Kontext, der nichts mit KNX-Szenen zu tun hat. Hier kommt es schnell zu Verwechslungen.

Was macht eine KNX-Szene?

Wie schon erwähnt, ist eine KNX-Szene nur ein Telegramm. Dieses Telegramm wird entweder bei Eintreten eines bestimmten Zustands oder durch das Drücken einer Taste ausgelöst. Das versendete Telegramm wird dann von verschiedenen KNX-Geräten empfangen. Was bei einer Szene passiert, wird auf den einzelnen Geräten festgelegt und kann je nach Gerät variieren. Manche Geräte können vielleicht nur ein- und ausschalten, während andere zusätzlich eine Sperre aktivieren und deaktivieren können.

Um das Ganze an einem Beispiel aus meiner Praxis zu verdeutlichen:

Abwesenheit

Ich habe eine KNX-Alarmanlage. Sobald ich als letzte Person das Haus verlasse und die Alarmanlage scharf schalte, startet sie eine KNX-Szene. Diese Szene wird von allen meinen Aktoren und Präsenzmeldern empfangen. Die Aktoren schalten daraufhin alle Lampen aus, und die Präsenzmelder setzen ihre Lichtkanäle auf „Automatik aus“, sodass manuell gesteuerte Lichter wieder in den Automatikmodus wechseln.

Wieviele KNX-Szenen kann man haben?

Technisch gesehen haben KNX-Geräte ein Kommunikationsobjekt für Szenen und können darüber maximal 64 verschiedene Szenen abbilden. Dennoch können verschiedene Geräte unterschiedliche Gruppenadressen verwenden, sodass auch mehr als 64 Szenen möglich sind. So könnte man beispielsweise eine Gruppenadresse für Lichtszenen und eine weitere für Rolladenszenen nutzen. Hat man dann aber eine Szene wie „Abwesend“, die beide Szenengruppen betrifft, müsste man die Szenen jedoch duplizieren bzw. überlappen lassen.

Anfängern empfehle ich daher, zunächst nur mit einer Gruppenadresse für „Zentrale Szenen“ zu arbeiten. Sollte der Platz irgendwann nicht ausreichen, kann man später immer noch aufsplitten.

Warum verwendet man KNX-Szenen?

KNX-Szenen bieten einige Vorteile. Ein großer Vorteil ist, dass nur ein einziges Telegramm benötigt wird, um fast beliebig viele Geräte gleichzeitig anzusteuern. Ein Beispiel sind Rolläden, die nahezu gleichzeitig eine bestimmte Position einnehmen sollen. Würde man diese einzeln ansteuern, würde nicht nur die Buslast steigen, sondern sie würden auch zeitversetzt losfahren.

Ein weiterer Vorteil ist, dass KNX-Szenen teilweise sogar vom Benutzer angepasst werden können.

Wie kann man KNX-Szenen ändern?

In der Regel werden Szenen über die ETS konfiguriert. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, Szenenzustände direkt anzulernen. Das bedeutet, wenn eine Szene beispielsweise drei Lichtkanäle steuert und diese auf „anlernbar“ gestellt sind, speichern die Lichtkanäle bei Eintreffen eines Anlernbefehls den aktuellen Zustand.

Hier ein Beispiel, um das besser zu veranschaulichen: Du hast eine Szene „TV-Schauen“. Diese Szene steuert das Deckenlicht, ein Ambiente-Licht und den Schaltaktor für den Fernseher. Du legst fest, dass der Schaltaktor für den Fernseher nicht anlernbar ist (ist ja die Szene TV-Schauen), während die Lichtkanäle anlernbar sind.

Kommt nun ein Anlernbefehl, merken sich die Aktoren den aktuellen Zustand. Wenn dir z.B. die 30 % Helligkeit beim Ambiente-Licht zu dunkel ist, kannst du auf 50 % dimmen und das Anlernen starten. Beim nächsten Mal wird das Ambiente-Licht dann mit 50 % statt mit 30 % eingeschaltet.