KNX Topologie

KNX Topologie

Da immer wieder die Frage aufkommt, wie man den KNX-Bus im eigenen Haus oder in einer Wohnung sinnvoll aufbauen sollte, haben wir hier eine kompakte Empfehlung zusammengestellt.
Natürlich basiert diese Empfehlung auf allgemeinen Annahmen – es wird also immer Sonderfälle geben, in denen ein anderes Konzept besser passt. Wir sind jedoch der Meinung, dass diese Empfehlung in über 90 % der Fälle gut geeignet ist.


Physikalischer Aufbau

Beginnen wir mit dem physikalischen Aufbau:

Der KNX-Bus ist grundsätzlich baumförmig aufgebaut und lässt sich dadurch sehr flexibel verlegen.
Es gibt jedoch einige zusätzliche Empfehlungen, die sich in der Praxis bewährt haben:

  • Für einzelne Bereiche sollten eigene Kabel verlegt werden, um bei Problemen schneller Fehler eingrenzen zu können. Manche verlegen dafür pro Raum ein separates Kabel, andere strukturieren nach Etagen.

  • Kritische Bereiche, wie beispielsweise eine Einliegerwohnung oder der Außenbereich, sollten so geplant sein, dass bei Bedarf eine eigene Linie realisiert werden kann.

  • Wir empfehlen, die Kabel als offenen Ring zu verlegen. Wird ein Kabel beschädigt, kann der Bus von beiden Seiten eingespeist werden. Außerdem bleibt man flexibel, falls das gelb/weiße Aderpaar später anderweitig genutzt werden soll.

  • Es sollten Reserven eingeplant werden, falls später an anderer Stelle etwas nachgerüstet werden soll. Ein typisches Beispiel ist eine abgehängte Decke, bei der eventuell später Präsenzmelder an einer anderen Stelle benötigt werden.

  • Anfällige Geräte wie Wetterstationen sollten so angeschlossen werden, dass sie im Problemfall einfach vom Bus getrennt werden können. Ein Kurzschluss sollte nicht den gesamten Bus lahmlegen. Daher ist es gängige Praxis, eine separate Außenlinie einzuplanen.


Logischer Aufbau

Kommen wir zum logischen Aufbau:

Alle Geräte werden mit einer dreistufigen physikalischen Adresse (X.X.X) adressiert.
Der Bereich 0 (0.x.x) bildet den Backbone, der in der Praxis meist als KNX IP-Backbone ausgeführt wird.

Daran werden dann mittels KNX IP-Routern die Hauptlinien – beispielsweise 1.x.x, 2.x.x usw. – an den Backbone angebunden. Innerhalb einer Hauptlinie werden dann mittels Linienkopplern die eigentlichen Buslinien angebunden – z. B. 1.1.x.

Wenn ein neues ETS-Projekt gestartet wird, wird daher standardmäßig eine 1.1.x-Linie aufgemacht und die Geräte hier eingefügt.

Ein wesentlicher Nachteil dieses klassischen Aufbaus ist der zusätzliche Aufwand:
Für die Hauptlinie, also z. B. 1.x.x, ist eine eigene Busspannungsversorgung und ein Linienkoppler notwendig. Wenn allerdings nur eine oder zwei Linien geplant sind, ist das oft überdimensioniert.

Da sich auf der Hauptlinie nicht nur Linienkoppler, sondern auch ganz normale Geräte betreiben lassen, empfehlen wir, diese direkt als erste Linie für das Haus zu verwenden.
So bleibt der Aufbau übersichtlich und es müssen keine zusätzlichen Komponenten eingeplant werden.
Die Geräte, die üblicherweise in 1.1.x einsortiert würden, landen dann einfach in 1.0.x.
Die Linie 1.1.x steht so weiterhin zur Verfügung – zum Beispiel für eine spätere RF-Linie oder eine Außenlinie.

Das reduziert den Gesamtaufwand und sorgt für eine deutlich einfachere Struktur.